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Kaffee verringert Risiko für Diabetes

Analyse. Eine Tasse Kaffee pro Tag reduziert das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um sieben Prozent. Auch Tee hat Wirkung.

NEW YORK SN. Australische Wissenschafter haben zahlreiche Studien zum Zusammenhang zwischen Kaffeegenuss und Diabetes analysiert und kommen zu dem Schluss, dass Kaffeetrinker ein deutlich reduziertes Risiko haben, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Bis zum Jahr 2025 wird die Zahl der Diabeteserkrankungen um 65 Prozent auf weltweit 380 Millionen Fälle ansteigen. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei dem die insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört werden, was zu einem Insulinmangel führt. Im Gegensatz zum Typ 1 ist der weitaus häufigere Typ 2 eine Volkskrankheit, die in erster Linie durch falsche Ernährung, Rauchen und Bewegungsmangel verursacht wird. Übergewicht gilt als besonders wichtiger Faktor. Der erhöhte Körperfettanteil macht Körperzellen gegen das Insulin resistent. Zwar wird die Resistenz anfangs durch vermehrte Insulinproduktion ausgeglichen, aber nach ein paar Jahren versiegt die Insulinquelle. Zu den Folgen gehören Durchblutungsstörungen und Gefäßverkalkungen, die unter anderem zu Augenschäden, Schlaganfall und Herzinfarkt fuhren können. Laut Angaben der Österreichischen Diabetesgesellschaft leben hierzulande 500.000 Menschen mit Diabetes. Inzwischen sind auch zunehmend Jugendliche betroffen, sodass die Bezeichnung „Altersdiabetes" für den Typ 2 heute nicht mehr dem Stand der Wissenschaft entspricht.

Da Ernährungsgewohnheiten bei Diabetes eine wichtige Rolle spielen, gibt es auch zahlreiche Studien, die sich mit der Wirkung von beliebten Genussmitteln wie Kaffee oder Tee befassen. Australische Forscher haben nun die Ergebnisse von 18 Studien zur Wirkung von Kaffee und Tee kombiniert und ausgewertet. Die Wissenschafter um Rachel Huxley von der University of Sydney kommen bei ihrer Metaanalyse zu dem Schluss, dass eine tägliche Tasse Kaffee das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um sieben Prozent reduziert. Überdies nimmt die Wirkung mit der Menge zu. Jede zusätzliche Tasse reduziert das Risiko um weitere sieben Prozent, sodass Menschen, die drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag zu sich nehmen, eine um ein Viertel geringere Chance haben, an Diabetes zu erkranken. Diese kumulative Wirkung spricht gegen das Argument, Kaffee sei nur ein indirektes Anzeichen für andere Faktoren, etwa einen gesünderen Lebensstil. Starke Kaffeetrinker neigen vielmehr eher zum Rauchen oder zur Bewegungsarmut als Abstinente. Für koffeinfreien Kaffee und Tee haben Huxley und ihre Kollegen eine ähnliche Wirkung gefunden. Das legt die Vermutung nahe, dass außer Koffein auch andere Stoffe maßgeblich an der positiven Wirkung beteiligt sind. Sollte es gelingen, die relevanten Substanzen zu identifizieren, könnte das neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen. „Zum Beispiel könnte die Identifikation der aktiven Wirkstoffe neue Wege zur Vorbeugung gegen Diabetes eröffnen", schreiben die Autoren und planen, ihre Erkenntnisse auch gleich in der medizinischen Praxis umzusetzen: „Es ist denkbar, dass wir Patienten mit dem höchsten Diabetesrisiko nicht nur den üblichen Rat geben, ihr Gewicht zu reduzieren und mehr Sport zu betreiben, sondern ihnen auch nahelegen, mehr Kaffee und Tee zu trinken.“

Quelle: Salzburger Nachrichten, 02.01.2010
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